Tütenweise Leben

Eine der berührendsten Filmszenen, die ich je gesehen habe, ist in „Alles ist erleuchtet“. Jonathan sammelt Erinnerungen. In Tüten, genauer:  in beschrifteten Plastiktüten. Und das Bild, wie er da vor einer Wand voller Erinnerungen steht, bekomme ich nie wieder aus meinem Kopf. Es ist so herrlich skurril – gerade weil es eigentlich ganz naheliegend ist. Bild ankucken

Daran muss ich gerade oft denken, während ich mein Elternhaus in Tüten packe. Bisher gelernt habe ich: Man braucht sehr viele Müllsäcke für den Inhalt eines Schrankes. Gut, dass es hier ein Sozialkaufhaus gibt, wo wir säckeweise Sachen spenden können. Zum Beispiel eine große Auswahl unbenutzter Handtücher original aus den 70ern und 80ern. Eine unvorstellbar große Zahl an Leintüchern, Tischdecken und kleinen Blumenväschen. Eine noch größere Zahl an Blumenübertöpfen.

Zum einen möchte ich gerne vieles behalten, zum anderen: Dann ende ich eines Tages genau so. Mit sinnlos gehorteten, unbenutzten Handtüchern. Es ist gar nicht so leicht, einen Mittelweg zu finden. Hilfreich ist, dass wir in einer Zweizimmerwohnung mit feuchtem Keller wohnen. (Zum ersten Mal im Leben kann ich mich über den feuchten Keller freuen.)

 

 

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