buhuu

Als ich heute morgen wegen meiner neuen Sandalen vorsichtshalber Heftpflaster eingepackt habe, dachte ich, ich würde mir vielleicht ein kleines Zehchen wundscheuern. In echt war es anders. Die Sandalen haben eine glatte Sohle ohne Profil. Ich bin beim Losfahren am Fahradpedal abgerutscht und habe mir am Pedal (aus Metall natürlich, Kunststoff ist ja uncool) das Schienbein und den Knöchel fett aufgeschürft. Ich blute! Zum Glück habe ich Pflaster dabei.

Muffensausen

Unter Zeitdruck arbeiten ist nicht mein Ding, gerade wenn ich frei arbeite. Es ist mir auch immer peinlich, mich selbst so abzufeiern. Warum in aller Welt habe ich mich nur für ein Ausstellungprojekt beworben? In 10 Tagen ist der Aufbau. Bis jetzt habe ich nur einen Tisch voller Chaos aufzuweisen. Den kann ich schlecht ins Schaufenster stellen. Außerdem bin ich trotz genügend Schlag so erschöpft, dass ich aussehe wie ein Vampir. Ohne den sexy Aspekt. Und die Haare, die sitzen auch nicht.
Katzenjammer. Muffensausen.

 

Nasenpreis

Gerüche, die mich glücklich machen: Schuhcreme, die Duftmischung in der Acryl-/Stoffmalfarben/Papierleim-Kiste, frisch gemahlener Kaffee, Sommerlindenblüten.

stapel weise

Nachdem ich einen kompletten Tag lang Geschirr in Kisten gepackt hatte, und dabei sehr viele Dinge in der Hand hatte, die nie – wirlich gar nie!- benutzt wurden, das überraschende Finale. Ein bisher unentdeckter Tellervorrat im Keller. Ein Stapel von über 2 Metern, hätte man die Teller alle übereinander gestapelt.

Es ist verrückt, wie dieser Besitz von meine Eltern als Sicherheit und eine Art Reichtum und sogar Fürsorge empfunden wurde, und für mich jetzt schlicht als Ballast. Zum einen sind es wirklich schwere Lasten, die ich kistenweise durch die Gegend trage, zum anderen die Entscheidung, was in aller Welt machen wir mit den ganzen Sachen. Einiges können wir an Sozialkaufhäuser spenden, klar. Aber auch liebevoll gesammelte Dinge können so hässlich und unpraktisch sein, dass sie einfach kein Mensch braucht. Auch die lieben Enkel haben kein großes Verlangen nach Geschirr-Servicen komplett mit Suppentöpfen und Saucieren – die schon die ursprünglichen Besitzer-Uromas nicht benutzen wollten, weil sie total unpraktisch sind.

Am Anfang der Geschichte habe ich beim Wort „Sperrmüll“ sehr großes Unbehagen empfungen, jetzt freue ich mich richtig darauf. Auf Ent-lastung.

eine Tasse Glück

Manchmal
reicht schon
eine Tasse Kaffee
um glücklich
zu sein.

Von Hand gemahlen.
Im Porzellanfilter aufgebrüht.
So geht Leben.

hü und hott

Ach, Sonnenschein, ich mag dich supergerne,
jetzt lass und mal noch meinen Kreislauf überzeugen,
dass der nicht immer ab 28° schlapp macht.

Jetzt neu: Urlaub ist in Sicht! Das erste Mal im Leben betrete ich Mecklenburg-Vorpommern. Und ich glaube, es ist sogar der erste Urlaub meines Lebens mit Auto (Wochenendurlaube ausgenommen). Bis Berlin fahren wir mit dem Zug, aber dann mit einem Leihwagen weiter. Eisvogel und Wiedehopf – wir sehn uns!

 

Wundertüte

Eine Tüte.
Ganz hinten im Schrank.
Eine von vielen,
in einem der vielen Schränke.
Gefüllt mit den sortieren Briefen,
die meine Mutter an meinen Vater schrieb,
die mein Vater an meine Mutter schrieb.
Als sie, Mitte der 60er, frisch verliebt waren,
und sich nur an manchen Wochenenden
treffen konnten, entfernungsbedingt.

Was für ein Schreck.
Und was für ein Schatz.
Habe ihn in eine Kiste gepackt
und verschlossen. Unentschlossen,
was ich damit tun werde.

Aber gut zu wissen,
dass die Briefe da nicht zufällig lagen,
oder einfach vergessen wurden.
Der Schrank wurde in jüngerer
Vergangenheit gekauft und bestückt.

Ich intrepretiere das als Einladung.

hach!

Eine ganze Tüte Zucker ist das,
wenn so ein kleiner Knirps,
der gerade mal Baum und Mama und Kaffee sagen kann,
dich beim ersten Treffen anstrahlt
und deinen Namen jubiliert.
Zack – verliebt!

badewanne statt bodensee

Jo. „Ach, ich hab mir das nochmal überlegt, wir machen das Projekt doch nicht – oder mit jemand anderem“. Inhaltlich ist dieser Satz völlig in Ordnung. Aber nach 1,5 Stunden Anfahrt wäre mir ein schnödes Telefonat doch lieber gewesen.

Fast wäre ich aus Frust an den Bodensee gefahren! Ich hatte ein Länderticket gekauft – und am gegenüberliegenden Gleis fuhr gerade der Zug nach Konstanz ein. Ich war ganz nah dran, aber es wäre doch sehr unvernünftig gewesen. Zum einen wegen der langen Reisedauer – zum anderen hatte ich nur eine Regenjacke an und das war auch für meine vergleichsweise kurze Zugfahrt schon kühl. Zuhause musste ich mich erst mal in der Badewanne aufwärmen. Zum Trost für den blöden Tag habe ich mir schnell einen Tablet-Halter für die Badewanne zusammengenagelt und konnte entspannt einen Film schauen und gemütlich vor mich hinschrumpeln. So geht das!

 

Freu-Übung

  • Im Regen radfahren ist ganz arg schön, als wäre man alleine auf der Welt!
  • Die neue Regenhose ist an zwei Stellen nicht ganz dicht – aber ich blieb größenteils trocken und habe irgendwo in einer Kiste so ein Abdicht-Mittelchen.
  • Darf heute einen Kunden besuchen und das ist ein sehr guter Anlass, heute nicht zu arbeiten. Also, nicht richtig jedenfalls.
  • Das Internet ist heute relativ schnell und stabil – toll, wenn man E-Mails lokal sichern muss!
  • Ich darf wohnen, wo ich will.
  • Das anonymere Leben in der Stadt (vs. auf dem Land, wo jeder alles besser weiß) ist wirklich wundervoll! Nach einer Familienfeier auf dem Land kann ich mich sehr darüber freuen, dass meine Nachbarn mich teilweise nicht mal auf der Straße erkennen.
  • Mein Friseursalon ist auch nach über eienm Jahr noch eine gute Wahl. Prima!

Archive

Kategorien