Tütenweise Leben

Eine der berührendsten Filmszenen, die ich je gesehen habe, ist in „Alles ist erleuchtet“. Jonathan sammelt Erinnerungen. In Tüten, genauer:  in beschrifteten Plastiktüten. Und das Bild, wie er da vor einer Wand voller Erinnerungen steht, bekomme ich nie wieder aus meinem Kopf. Es ist so herrlich skurril – gerade weil es eigentlich ganz naheliegend ist. Bild ankucken

Daran muss ich gerade oft denken, während ich mein Elternhaus in Tüten packe. Bisher gelernt habe ich: Man braucht sehr viele Müllsäcke für den Inhalt eines Schrankes. Gut, dass es hier ein Sozialkaufhaus gibt, wo wir säckeweise Sachen spenden können. Zum Beispiel eine große Auswahl unbenutzter Handtücher original aus den 70ern und 80ern. Eine unvorstellbar große Zahl an Leintüchern, Tischdecken und kleinen Blumenväschen. Eine noch größere Zahl an Blumenübertöpfen.

Zum einen möchte ich gerne vieles behalten, zum anderen: Dann ende ich eines Tages genau so. Mit sinnlos gehorteten, unbenutzten Handtüchern. Es ist gar nicht so leicht, einen Mittelweg zu finden. Hilfreich ist, dass wir in einer Zweizimmerwohnung mit feuchtem Keller wohnen. (Zum ersten Mal im Leben kann ich mich über den feuchten Keller freuen.)

 

 

Sehübung

Ich übe mich im Rosa-Sehen:

Was für ein Glück, wenn die Lieblingsturnschuhe zum einzigen Rock mit Taschen passen! (Bei Heuschnupfen geht nichts über Taschen für ein Taschentuch.)

Der einzige Rock mit Taschen macht mir Hüften wie ein Pferd – aber: Alles andere sieht im Vergleich sehr rank und schlank aus.

Habe eine Riesentüte Haribo gegessen – immerhin keine Schokolade.

Es ist viel zu kalt, aber die Sonne scheint – endlich kann ich mal ohne Sonnenschutz raus.

Heute ist ernährungstechnisch ein gelber Tag: Ingwer-Zitronentee, Kartoffelsalat, Banane, Erdnüsse. (Unabsichtlich, aber farblich sortiert essen könnte auch mal lustig sein. Montag weiß, Dienstag gelb, Mittwoch braun, Donnerstag rot, Freitag grün, Samstag orange, Sonntag bunt?)

Die dringende To-Do-Liste ist nicht so lang und nicht so dringend.

Zwei Wochen im Schnelldurchlauf II

Diesmal wirklich zwei Wochen, schnell erzählt.

Das zu viel in allen Bereichen hat dazu geführt, dass ich mich nur noch von Reiswaffeln und Tee ernähren konnte, was wirklich nicht genug Energie und Freude liefert, herausforderne Arbeitstage zu meistern. Aber Freitag nach der Arbeit habe ich meinen Koffer gepackt und bin für eine Woche an die Nordsee gefahren. In ein kleines 12 qm Häuschen mit Küche und Bad : ) War das schön! Ehrlich gesagt, wusste ich gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, entspannt zu sein.

Wieder zuhause war ich sofort wieder anti-entspannt und das Leben hat mich wieder. Es gibt viel zu viel zu tun und alles auf ein Mal. Das ist eindeutig der Nachteil von Urlaub.

Aber egal, das war es wert. Die Verschnaufpause hat sehr gut getan.

zwei wochen im schnelldurchlauf

Uff. Zu viel Ereignisse für einen Tag. Hätte für zwei Wochen gereicht. Mindestens! Zu viele Gefühle, Gedanken, Interaktionen. Und auch: zu viele Komplimente für einen Tag. Ein Kompliment ist mal ganz nett, zwei sind grenzwertig und alles drüber macht mich misstrauisch. Von den ganzen Zuviels habe ich Kopf- und Bauchschmerzen bekommen und mir ist schlecht.

Aber: hab mich gut gehalten. Obwohl ich Konflikte so scheue, habe ich es ausgehalten, einen ebensolchen aktiv zu führen und das so sensibel (und dennoch bestimmt), dass wie zu einer (meiner) Lösung einigen konnten. Und das mit den Komplimenten habe ich auch gut ausgehalten und sehr nett äh gelöst. Jetzt Kamillentee und Wärmflasche!

spontan

Noch 10 Tage, dann: eine Woche Meer. Insel. Ein 12qm-Häuschen. Wlan.Yeah!

kartoffel

Habe fast ein komplettes Wochenende lesend und filmschauend im Bett und auf dem Sofa verbracht. Zwischendrin war ich für ein kurzes Workout zu zweit im Wald. Es macht mir echt Spaß, vorher zu überlegen, welche Bewegungen welche Muskelgruppen beanspruchen könnten und ich werde auch immer besser darin, Übungsanleitungen in Worte zu fassen. Was sehr gut ist, weil der Zweite beim dritten unpräzisen „jetzt mach mal so … nee, anders: so! … “  aufhört mitzumachen, weil er keine Lust hat, zu erraten, was ich meine.

 

vielfalt und einfalt

Im Leitartikel zum Thema „Spezialisten„, dessen Lektüre ich sehr empfehlen kann, steht:

In der neuen Industriewelt werden alle schnell zu Spezialisten, und sei es nur für einige wenige Handgriffe in der Fabrik. Die Industrialisierung schafft nun – dank Spezialisierung – eine wahre Flut an Produkten, die konsumiert werden können. Marx erkannte, was das auch bedeutete, nämlich dass „die Arbeit des Produzenten sich einseitig entwickelt, während seine Bedürfnisse vielseitig werden“.  Das ist paradox: Der Einzelne spezialisiert sich immer mehr und trägt damit zur Vielfalt bei, die er als Konsument begrüßt – deren Komplexität ihn aber auch überfordert.

Vielleicht gilt das ja auch umgekehrt. Meine Arbeit ist sehr vielseitig, deshalb habe ich in meiner Freizeit das einseitige Bedürfnis auf der Couch zu liegen und Stunden sinnfrei im Internet zu verbringen.

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Ich habe gestern den ersten Schmetterling gesehen!

den falschen Zug erwischt

Trainspotting 2. Ach herrjeh.
Nüchtern betrachtet: ein guter Film. Die visuellen Anspielungen fand ich manchmal ein bisschen zu plump, aber ich habe den ersten Film bestimmt auch 7 Mal gesehen.

Emotional betrachtet: schlimm. Ich war das ganze Wochenende deprimiert. Wenn Menschen nicht dazu in der Lage sind, ihr Leben so gestalten zu können, dass sie glücklich oder zufrieden sind … das ist doch super traurig!

piep

Frühling. Aus jedem Gesträuch piepen Meisen. Toll!

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